Insekten im Fokus: Heimische und invasive Arten
Tigermücke
Broschüre zur Eindämmung der Verbreitung der Tigermücke
Eichenprozessionsspinner
Was ist der Eichenprozessionsspinner?
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind geschlüpft und befinden sich im ersten Larvenstadium. Die frisch geschlüpften Eiraupen sind nur etwa 2,5 mm lang, rötlich-braun gefärbt und behaart. Aufgrund ihrer geringen Körpergröße werden sie leicht übersehen.
Zunächst wandern sie in Prozessionen auf den Zweigen nahe dem Eigelege auf der Suche nach geöffneten Knospen oder warten im Gruppenverband auf den noch geschlossenen Knospen bis zu deren Schwellen. Das Knospenschwellen der Stieleiche (Quercus robur) hat in KW 14 begonnen.
Ab dem dritten Larvenstadium entwickeln sie feine Brennhaare, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Diese Haare können durch den Wind verbreitet werden und bleiben über Jahre hinweg in alten Nestern gefährlich.
Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein nachtaktiver Schmetterling, dessen Raupen zunehmend in Baden-Württemberg auftreten. Besonders betroffen sind freistehende Eichen an Waldrändern, auf Spielplätzen und entlang von Straßen.
Empfehlungen für Bürgerinnen und Bürger
Bürgerinnen und Bürger können durch folgende Maßnahmen zur Reduzierung des Eichenprozessionsspinners beitragen:
- Halten Sie sich und Ihre Kinder von Raupen und Nestern fern.
- Meiden Sie stark betroffene Gebiete.
- Fördern Sie natürliche Fressfeinde wie Meisen, Fledermäuse und Schlupfwespen durch das Anbringen von Nistkästen (nicht direkt an Eichen) und die Aussaat von heimischen, insektenfreundlichen Blühmischungen.
- Verzichten Sie auf unnötige Beleuchtung in der Nähe von Eichen, da die Falter von Licht angezogen werden.
- Wässern Sie bei langanhaltenden Trockenperioden Ihren Garten, um die Brennhaare aus der Luft zu "waschen".
Gesundheitsrisiken
Der Kontakt mit den Brennhaaren kann beim Menschen zu verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden führen:
- Juckender Hautausschlag (Raupendermatitis)
- Reizungen der Atemwege bis hin zu Asthma
- Augenentzündungen
- In seltenen Fällen allergische Reaktionen
- Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen, Allergiker und Personen mit Atemwegserkrankungen.
Verhalten bei Beschwerden
Bei Verdacht auf Kontakt mit den Brennhaaren sollten folgende Maßnahmen ergriffen werden:
- Kleidung bei mindestens 60 °C waschen
- Betroffene Hautstellen mit kaltem Wasser abspülen
- Nicht kratzen, um Hautreaktionen nicht zu verschlimmern
- Bei starken Symptomen einen Arzt aufsuchen
Meldung von Vorkommen
In der Gemeinde Sölden können Vorkommen von Eichenprozessionsspinnerraupen oder Gespinstnestern unter gemeinde@soelden.de gemeldet werden.
Weitere Informationen
Aktuelle Hinweise zum Vorkommen des Eichenprozessionsspinners in Ihrer Region sowie Empfehlungen erhalten Sie bei Ihrem örtlichen Landratsamt, dem Gesundheitsamt oder auf der Webseite des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.
Die Asiatische Hornisse – Eine invasive Art in unserer Region
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) stammt ursprünglich aus Südostasien und wurde 2004 erstmals in Südfrankreich nachgewiesen. Seitdem breitet sie sich rasant in Europa aus und wurde 2014 erstmals in Deutschland, in Waghäusel bei Karlsruhe, gesichtet. Inzwischen ist sie auch in Baden-Württemberg, insbesondere im Raum Heidelberg und Mannheim, anzutreffen.
Als invasive Art stellt die Asiatische Hornisse eine Bedrohung für heimische Insekten dar, insbesondere für Honigbienen. Sie erbeutet zur Aufzucht ihrer Larven andere Insekten, wobei Honigbienen bis zu zwei Drittel ihrer Nahrung ausmachen können.
Unterscheidungsmerkmale: Asiatische vs. Europäische Hornisse
Die Unterscheidung zwischen der Asiatischen Hornisse und der heimischen Europäischen Hornisse ist für Laien nicht immer einfach. Hier sind einige Merkmale, die bei der Identifikation helfen können:
Merkmale Asiatische Hornisse (Vespa velutina):
Größe: Königin: bis 3 cm, Arbeiterin: 1,5–2,4 cm
Körperfärbung: Schwarzer Thorax, orange-gelber Hinterleib mit breitem Streifen, gelbe Beine
Neststandort: Freihängend in Baumkronen oder Gebäuden, Flugloch seitlich
Aktivität: Tagaktiv, kann in der Luft stehen und rückwärts fliegen
Ernährung:Erwachsene: süße Pflanzensäfte, Fallobst; Larven: Insekten, bevorzugt Bienen
Merkmale Europäische Hornisse (Vespa crabro):
Größe: Königin: bis 3,5 cm, Arbeiterin: 1,8–2,5 cm
Körperfärbung: Rotbrauner Thorax mit schwarzer Zeichnung, gelb-schwarz gemusterter Hinterleib, dunkle Beine
Neststandort: In geschützten Höhlen (z. B. Baumhöhlen, Dachböden), Flugloch unten
Aktivität: Tag- und nachtaktiv, fliegt künstliche Lichtquellen an
Ernährung:Erwachsene: süße Pflanzensäfte, Fallobst; Larven: Insekten
Asiatische Hornisse beobachtet – oder unsicher in der Bestimmung?
Bitte melden Sie Sichtungen von Asiatischen Hornissen mit Foto als Dateianhang, ausschließlich über das Meldeportal des Landes.
Der Link zum Meldeportal finden sie hier.
Weitere Informationen zur Einstufung, Vorgehensweise und den Maßnahmen finden Sie hier.
Ameise - Tapinoma magnum
Wenn im Frühjahr die Außentemperaturen steigen, erwacht unter der Erde wieder das Leben. Insekten wie etwa die eingeschleppte Ameisenart Tapinoma magnum kehren aus ihrer Winterruhe zurück und das emsige Krabbeln und Graben beginnt von Neuem. Bei einer Temperatur ab zehn Grad und direkter Sonneneinstrahlung werden Ameisen wieder aktiv.
Um die Ausbreitung der invasiven Insekten weiter zu bremsen ist man auf die Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Wo lassen sich die schwarzgepanzerten Tierchen entdecken? Wenn Randsteine am Gehsteig aussehen, als wären sie schwarz ausgefugt worden, wenn sich die Ameisen in Mauerspalten dicht an dicht drängen oder um Erdlöcher tummeln, kann das ein Hinweis auf ein Nest einer Superkolonie sein. Diese Hinweise nimmt die Gemeinde Sölden per Email entgegen.
Um zu vermeiden, dass sich die Tapinoma magnum überhaupt erst auf dem eignen Grundstück ausbreitet, wird beispielsweise empfohlen, Pflanzentöpfe vor dem Kauf auf Ameisen zu kontrollieren. Hierzu sollten die Gewächse aus dem Topf genommen und auch deren Wurzelballen überprüft werden. Beim Verschenken von Topfpflanzen sollte ebenfalls darauf geachtet werden, dass diese ameisenfrei sind. Auch anfallender Grünschnitt sollte vor der Entsorgung auf Ameisen kontrolliert werden, da diese ihre Eier bevorzugt an den Wurzeln ablegen. In der Zeit zwischen dem 1. Dezember und dem 31. Januar verringert sich die Gefahr der Ameisenpopulation durch Grünschnitt weiterzuverbreiten. Durch den Verzicht zuckerhaltige oder proteinreiche Lebensmittelabfälle zu kompostieren entzieht man den Tieren eine wichtige Nahrungsquelle. Um möglichst früh zu erkennen, ob sich die invasiven Insekten auf dem eigenen Grundstück ansiedeln, ist es ratsam, Laub und Unkraut an Weges- und Grundstücksrändern zu entfernen, um hierdurch Ameisenstraßen besser erkennen zu können. Sollten sich auffällig viele Ameisen an Abfalltonnen tummeln, wird Kieselgur empfohlen.





